Freitag, 24. Oktober 2008
Trondheim via Frankfurt


Abtlg. "Mein schönstes Ferienerlebnis":
Lewis Trondheim signiert auf der Frankfurter Buchmesse


Als sich vor drei Wochen mein – auch noch selbst zusammengebauter *schnüff* – Rechner nach monatelangem Rumgezicke in die ewigen Egoshooter-Gründe verabschiedete, passte das genau ins Bild. Neben einem Krankheitsfall in der Familie und Sparmaßnahmen beim Brötchengeber nahm es sich sogar als das kleinere Übel aus.

Inzwischen sieht es großenteils wieder besser aus. Auf jeden Fall bin ich wieder online, und der Scanner schnurrt. Da will ich jetzt gar nicht mit meinen skurrilen Erlebnissen beim Abholen des neuen PCs langweilen. Nur so viel: Ein zähnefletschender, in vollem Lauf gegen einen Drahtzaun krachender Rotweiler spielt darin eine wichtige Rolle.

Nee, da erzähl ich doch lieber ein bisschen von meinem Trip nach Frankfurt am letzten Wochenende. In erster Linie bin ich zum Babygucken zu Freunden runtergereist. Freilich ließ sich das ganz prima mit einem Besuch der Buchmesse und vor allem einem Signiertermin bei meinem Lieblingszeichner Lewis Trondheim (siehe dazu auch hier und hier) verbinden. [...]

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Montag, 6. Oktober 2008
Erst Crash, jetzt Leerlauf

Wegen diverser akuter Probleme und Problemchen (u. a. hat mein Hausrechner endgültig den Geist aufgegeben) passiert hier im Blog einstweilen nichts.

Was ja so neu nun auch wieder nicht ist.

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Dienstag, 30. September 2008
Was ich diesen Monat aus Comics gelernt habe
(September 2008)
  1. Gewaltloser Widerstand funktioniert am besten, wenn man dabei durch mächtige Magie geschützt wird.
  2. Willingham, Buckingham u. a.: Fables [Vol. 10]. The Good Prince, Vertigo/DC 2008

  3. Am 25. Mai 1928 verunglückte das Luftschiff "Italia" auf dem Rückflug vom Nordpol über dem Packeis. Etwa die Hälfte der Crew überlebte und wurde knapp sieben Wochen später von dem sowjetischen Eisbrecher "Krassin" gerettet. (Das vom Ballast befreite Luftschiff erhob sich übrigens kurz nach der Bruchlandung wieder und verschleppte sechs Männer auf Nimmerwiedersehen.)
  4. Towle: Midnight Sun, SLG Publishing 2007

  5. Um als Werbungtreibender die "traditionell schwierige" Zielgruppe der Vier- bis Zwölfjährigen (auch bekannt als "die kleinen Teufel") zu erreichen, sollte man sein Produkt außerhalb der von "Erwachsenen etablierten Machtstrukturen" positionieren.
  6. Cooke: Will Eisner's The Spirit [1], Panini 2008 (Übers.: Gerlinde Althoff)

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Dienstag, 23. September 2008
Spaziergang mit Jack the Ripper

Fettiges Frühstück, Kirchen vom "Architekten des Teufels" und das Grab von William Blake: Jason Mical, bloggender Ami in London, hat eine Fuß-und-Bus-Tour durch London erstellt, die auf dem Comic-Klassiker "From Hell" basiert.

Genauer: auf dem vierten Kapitel. Darin bringt Königin Victorias Leibarzt Dr. William Gull (nudge-nudge, wink-wink) vom Kutschbock aus die angeblichen mystischen und okkultistischen Geheimnisse der britischen Hauptstadt ans Licht.

Mical hat seine Tour detailliert beschrieben und reich mit Fotos und Videos illustriert. Zwei Tage Zeit, einen guten Stadtplan und ein Wochenend-Ticket für den Nahverkehr sollte man mitbringen – und natürlich eine Ausgabe von "From Hell".

(Und falls der Comic im Londoner Schmuddelwetter nass wird, kann man sich zu Weihnachten ja bei Cross Cult die neue und überarbeitete Nobelausgabe von Moores Meisterwerk kaufen.)

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Freitag, 12. September 2008
Understanding McCloud


Echt chromisch: ein Parodie-Panel zu Scott McClouds
Comic über den Google-Browser (hier das Original)


Der Welterfolg seines gezeichneten Sachbuchs "Understanding Comics" (dt. "Comics richtig lesen") hat den umtriebigen Scott McCloud zur Lieblingshassfigur vieler akademischer Comic-Theoretiker gemacht – eine Spezies, die darunter leidet, dass die meisten Comic-Fans nicht einmal wissen, dass es sie gibt. Dass McCloud nun im Auftrag des SaugSuchmaschinen-Goliaths Google einen P.R.-Comic zum neuen Browser "Chrome" gezeichnet hat, macht ihn sicher nicht beliebter.

Und tatsächlich trägt dieser sicher cool bezahlte Job nicht gerade zu McClouds Glaubwürdigkeit als Indie-Künstler bei. als. Andererseits sollte man bedenken, dass ein Szene-Heiliger wie Will Eisner auch einst Lehr-Comics für die US-Army produzierte. Und ich will jetzt gar nicht davon anfangen, dass McCloud Familienvater usw. usf.

Obwohl ich mich also nicht über McClouds Auftragsarbeit zu echauffieren vermag, finde ich die Parodien auf seinen Comic saukomisch. Die bisherigen Beispiele (siehe hier und hier und hier) kopieren schamlos McClouds Panels und manipulieren nur die Texte, die größtenteils von Google-Mitarbeitern stammen – mit sehr witzigem Ergebnis. Ich hoffe aber, dass bald eine frisch gezeichnete Parodie auf das ganze 38-seitige Ding erscheint.


Und gleich noch mal: Fälschung und Original


Der Spaß ist natürrrlich illegal: Auf der Rückseite der Comic-Broschüre verbittet sich Google solche "derivative works".

Insofern ist es durchaus sympathisch, dass McCloud auf seiner Heimatseite selbst auf einige weitere "remixes" verlinkt (unten rechts).

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