Nach gefühlten hundert Wochen habe ich's am Donnerstagabend endlich ins Kino geschafft und mir "The Dark Knight" angesehen.
Da klügere Leute als ich bereits gefühlte tausend Kritiken zu Christopher Nolans Film veröffentlicht haben, beschränke ich mich an dieser Stelle auf zehn Impressionen:
- Mein absoluter Lieblings-Gag: [...]
[Weiterlesen?]
(August 2008)
- Gefährlicher als die berühmte "Kugel mit deinem Namen" sind die vielen banalen Kugeln, auf denen einfach steht: "An alle, die's angeht". Rucka/Rolston: Queen & Country [Vol. 1]. Operation: Broken Ground, Oni Press 2002
- Richtet ein wenige Meter entfernt stehender Angreifer eine Handfeuerwaffe auf dich, renne sofort auf ihn zu! Dies verblüfft den Gegner, so dass es leichter fällt, ihn zu entwaffnen. (Eine mehrjährige SIS-Ausbildung ist dabei sehr hilfreich.) Rucka/Rolston: Queen & Country [Vol. 1]. Operation: Broken Ground, Oni Press 2002
- Und zu guter Letzt noch etwas aus dem Bereich "Emotion & Partnerschaft": Um deine/deinen Ex zu verletzen, kreuzt du vielleicht "rein zufällig" in einem von ihr/ihm frequentierten Restaurant auf und turtelst dabei mit deiner/deinem Neuen. Dies ist eine ausgesprochen dumme Idee, wenn die/der Ex in diesem Restaurant arbeitet.
Du siehst nicht, was in der Küche passiert.
Robinson: Tricked , Top Shelf Productions 2005

Simon Olivers "Exterminators"
"Schon fasst einer, der voran,
Onkel Fritzens Nase an"
Wilhelm Busch:
Max und Moritz

Scharfe Schaben: Das coolste Cover der Serie,
gezeichnet von Philip Bond
-- "The Exterminators #20" --
(© 2007 Simon Oliver and Anthony M. Moore)
"The Exterminators" ist die großartigste schlechte Serie, die ich je gelesen habe.
"Headshaking Fun" nennt das US-Magazin "Entertainment Weekly" so etwas: Man schüttelt beim Lesen den Kopf, vor allem über sich selbst, weil man sich bei diesem absurden Sex-and-Violence-Epos über weite Strecken doch sehr gut und nicht selten sogar intelligent unterhalten fühlt. Im Mai ist Band 1 der DC-Vertigo-Serie auf Deutsch als "Exterminators: Käferkiller" bei Panini erschienen.
Den Weltuntergang in Los Angeles beginnen zu lassen, ist keine neue Idee, und sicher kommt die Apokalypse auch nicht zum ersten Mal in Form von Insektenscharen dahergekrabbelt. Den ganzen Schlamassel als Seifenoper unter Kammerjägern zu erzählen, macht es schon origineller, erst recht, wenn bei dieser Truppe ein schwarzer Cowboy-Buddhist, ein ehemaliger Arzt der Roten Khmer und eine belesene Prostituierte mitmischen. [...]

(© Marc Ewert & Legendary Units GmbH)
Wie jedes Jahr seit 1999, suchte ich auch diesen Sommer wieder Ent- und Spannendes auf dem Fantasy Filmfest (Hamburger Termine: 13–20. August). Und siehe da, zwischen all den grimmigen Untoten und gemarterten Jungfrauen fand ich auch den einen oder anderen Comic-Bezug (mal abgesehen von der offenkundigen Nerd-Affinität).
Nach der Vorführung des in Brandenburgs blühenden Landschaften gedrehten Zombie-Dramoletts "Virus Undead" zum Beispiel brachten die Macher (ein John-and-Yoko-ähnliches Regisseurspaar) die Comic-Fortsetzung an den Mann und vielleicht auch an zwei, drei Frauen. Darin geht es, so viel sei verraten, um den Untergang Berlins. Crazy Shit.
Ferner: "My Name is Bruce", die äußerst sympathische Selbstverarsche des B-Darstellers Bruce Campbell ("Tanz der Teufel", "Bubba Ho-Tep"), entpuppte sich als Produktion aus dem Comic-Hause "Dark Horse". Wie ich jetzt sehe, erscheint auch zu diesem Film ergänzende sequenzielle Kunst! Möchte jemand meinen "Virus Undead Inferno"-Comic dagegen eintauschen? Ich sage nur: "Near mint!
Besser noch als "Bruce" (und wesentlich ernster) war freilich "Waltz with Bashir", eine Art Zeichentrick-Dokudrama über den Libanonkrieg und die Massaker von Sabra und Shatila 1982. Auf der Suche nach seinen verdrängten Erinnerungen an diese Ereignisse spricht der israelische Regisser Ari Folman mit ehemaligen Kameraden über die gemeinsame Militärzeit. (In einer absurd-tragikomischen Szene spielt übrigens ein deutsch synchronisierter Porno eine Rolle!)
Die Umsetzung als Animationsfilm ermöglicht es Folman, den dokumentarischen Tonaufnahmen subjektive, mitunter phantastische Bilder hinzuzufügen, wobei seine Traumbilder zum Glück nie pathetisch oder prätentiös wirken. Gerade die Darstellung als Animation ermöglicht dem Zuschauer eine distanzierte Betrachtung: Wir sehen ja Trickfiguren, nicht die realen Betroffenen, nicht einmal Schauspieler. Um so größer ist der Schock, wenn Folman am Ende diese Schranke aufhebt und Archivfilmbilder ermordeter Palästinenser in den Lagern zeigt.
Bei uns startet der Film offiziell am 6. November 2008.
