
Echt chromisch: ein Parodie-Panel zu Scott McClouds
Comic über den Google-Browser (hier das Original)
Der Welterfolg seines gezeichneten Sachbuchs "Understanding Comics" (dt. "Comics richtig lesen") hat den umtriebigen Scott McCloud zur Lieblingshassfigur vieler akademischer Comic-Theoretiker gemacht – eine Spezies, die darunter leidet, dass die meisten Comic-Fans nicht einmal wissen, dass es sie gibt. Dass McCloud nun im Auftrag des SaugSuchmaschinen-Goliaths Google einen P.R.-Comic zum neuen Browser "Chrome" gezeichnet hat, macht ihn sicher nicht beliebter.
Und tatsächlich trägt dieser sicher cool bezahlte Job nicht gerade zu McClouds Glaubwürdigkeit als Indie-Künstler bei. als. Andererseits sollte man bedenken, dass ein Szene-Heiliger wie Will Eisner auch einst Lehr-Comics für die US-Army produzierte. Und ich will jetzt gar nicht davon anfangen, dass McCloud Familienvater usw. usf.
Obwohl ich mich also nicht über McClouds Auftragsarbeit zu echauffieren vermag, finde ich die Parodien auf seinen Comic saukomisch. Die bisherigen Beispiele (siehe hier und hier und hier) kopieren schamlos McClouds Panels und manipulieren nur die Texte, die größtenteils von Google-Mitarbeitern stammen – mit sehr witzigem Ergebnis. Ich hoffe aber, dass bald eine frisch gezeichnete Parodie auf das ganze 38-seitige Ding erscheint.

Und gleich noch mal: Fälschung und Original
Der Spaß ist natürrrlich illegal: Auf der Rückseite der Comic-Broschüre verbittet sich Google solche "derivative works".
Insofern ist es durchaus sympathisch, dass McCloud auf seiner Heimatseite selbst auf einige weitere "remixes" verlinkt (unten rechts).
Nach gefühlten hundert Wochen habe ich's am Donnerstagabend endlich ins Kino geschafft und mir "The Dark Knight" angesehen.
Da klügere Leute als ich bereits gefühlte tausend Kritiken zu Christopher Nolans Film veröffentlicht haben, beschränke ich mich an dieser Stelle auf zehn Impressionen:
- Mein absoluter Lieblings-Gag: [...]
[Weiterlesen?]
(August 2008)
- Gefährlicher als die berühmte "Kugel mit deinem Namen" sind die vielen banalen Kugeln, auf denen einfach steht: "An alle, die's angeht". Rucka/Rolston: Queen & Country [Vol. 1]. Operation: Broken Ground, Oni Press 2002
- Richtet ein wenige Meter entfernt stehender Angreifer eine Handfeuerwaffe auf dich, renne sofort auf ihn zu! Dies verblüfft den Gegner, so dass es leichter fällt, ihn zu entwaffnen. (Eine mehrjährige SIS-Ausbildung ist dabei sehr hilfreich.) Rucka/Rolston: Queen & Country [Vol. 1]. Operation: Broken Ground, Oni Press 2002
- Und zu guter Letzt noch etwas aus dem Bereich "Emotion & Partnerschaft": Um deine/deinen Ex zu verletzen, kreuzt du vielleicht "rein zufällig" in einem von ihr/ihm frequentierten Restaurant auf und turtelst dabei mit deiner/deinem Neuen. Dies ist eine ausgesprochen dumme Idee, wenn die/der Ex in diesem Restaurant arbeitet.
Du siehst nicht, was in der Küche passiert.
Robinson: Tricked , Top Shelf Productions 2005

Simon Olivers "Exterminators"
"Schon fasst einer, der voran,
Onkel Fritzens Nase an"
Wilhelm Busch:
Max und Moritz

Scharfe Schaben: Das coolste Cover der Serie,
gezeichnet von Philip Bond
-- "The Exterminators #20" --
(© 2007 Simon Oliver and Anthony M. Moore)
"The Exterminators" ist die großartigste schlechte Serie, die ich je gelesen habe.
"Headshaking Fun" nennt das US-Magazin "Entertainment Weekly" so etwas: Man schüttelt beim Lesen den Kopf, vor allem über sich selbst, weil man sich bei diesem absurden Sex-and-Violence-Epos über weite Strecken doch sehr gut und nicht selten sogar intelligent unterhalten fühlt. Im Mai ist Band 1 der DC-Vertigo-Serie auf Deutsch als "Exterminators: Käferkiller" bei Panini erschienen.
Den Weltuntergang in Los Angeles beginnen zu lassen, ist keine neue Idee, und sicher kommt die Apokalypse auch nicht zum ersten Mal in Form von Insektenscharen dahergekrabbelt. Den ganzen Schlamassel als Seifenoper unter Kammerjägern zu erzählen, macht es schon origineller, erst recht, wenn bei dieser Truppe ein schwarzer Cowboy-Buddhist, ein ehemaliger Arzt der Roten Khmer und eine belesene Prostituierte mitmischen. [...]
