Freitag, 18. Juli 2008
Zu früh kommen kann auch schön sein
oder: Der "Watchmen"-Trailer ist online!

Eigentlich sollte der "Watchmen"-Trailer ja erst ab morgen früh auf der Website des hier erst im letzten Beitrag angepriesenen UK-Filmblatts "Empire" zu sehen sein und ein paar Stunden später dann in den US-Kinos vor dem neuen "Batman".

Weil die Londoner wohl zu aufgeregt waren (wir reden hier immerhin über die – schwitz! – Verfilmung des vielleicht besten Comics aller Zeiten), war der Trailer aber heute schon für ein paar Minuten im Netz. Aufmerksame Nerds bekamen das mit, griffen zu, und nun findet man den Anmacher z. B. bereits HIER.

Die YouTube-Version dagegen ist inzwischen wieder futsch.

Und: Ja, klar, ich weiß, dass dieser dufte Tipp hier morgen Schnee von gestern ist. Ist mir aber schnuppe.

Wie ich das Ding finde? Sag ich morgen.

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Montag, 14. Juli 2008
The "Empire" Looks Back

Die britische Filmzeitschrift "Empire" (für mich das beste internationale Mainstream-Filmblatt) hat für ihre Website eine schick illustrierte Hitliste der "50 Greatest Comic Book Characters" erstellt. Weil in der Redaktion erwiesenermaßen einige echte Comic-Freaks arbeiten, lohnt es sich, die wohlformulierten Begründungen der Jury sowie ihre Hintergrund-Infos zu Figuren und (etwaigen) Verfilmungen zu lesen.

Natürlich wird fast jeder seine persönlichen Lieblinge vermissen. Wo, bitteschön, sind Arzach, der Spirit, King Mob, Smax, Mitchell Hundred, Sam & Twitch, Mr. Hyde (na klar, die Alan-Moore-Version) und der Goon? Umgekehrt hatte ich von Platz 45, 40 und 27 noch nie gehört.

Die höheren Ränge sind extrem superheldenlastig (okay, es hieß ja auch nicht "The 50 Coolest Comic Book Characters"). Comic-Alben vom Kontinent sind durch gerade mal zwei Nasen vertreten, Manga-Kulleraugen blinzeln gar nur einmal aus der Liste. Dass sich dort allerdings jede Menge very britische Figuren tummeln, ist schon wieder charmant. Auch die Indie-Außenseiter sind intelligent ausgewählt.

Epilog für Erbsenzähler: Echt ein bisschen dusselig sind allerdings die Abstimm-Buttons. Zwar kann man für eine höhere oder tiefere Platzierung jeder Figur stimmen, allerdings wird bei der Auswertung offenbar einfach einer der beiden Werte von 100 abgezogen. So kommt wohl auch das bizarre Ergebnis für den Strahlemann auf Platz 1 zustande. Oder wollen den einige Schlauberger wirklich noch höher eingestuft sehen?

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Montag, 7. Juli 2008
Jetzt noch stranger
Terry Moores neue Serie "Echo"


Julie Martin kommt vom Metallregen in die Traufe.
Aus: "Echo No. 2"

(© 2008 Terry Moore)


Offen gesagt: Ich war mäßig begeistert, als der Comic-Händler meines Vertrauens mir vor einigen Monaten Terry Moores "Echo" ans Herz legte. "Echo" ist der Nachfolger von "Strangers in Paradise", jener mehrfach ausgezeicheten Schwarzweiß-Serie über die ungleichen Freundinnen Francine und Katchoo, die der Texaner Moore 14 Jahre lang geschrieben und gezeichnet hat.

Ende der 90er galt Moores Projekt als Prototyp des intelligenten Comics für die Frau und den aufgeklärten Mann. Nun, dieser aufgeklärte Mann hier hatte es damals gerade mit den etwas doofen, aber irgendwie auch ganz charmanten Babe-Serien "Danger Girl" und "Gen 13" (an letzterer schrieb Moore übrigens 1997 mit). Also setzte ich "Strangers in Paradise" seinerzeit auf meine Liste der "Comic-Klassiker, die ich noch lesen muss". Und das war's dann erst mal.

Inzwischen denke ich allerdings, ich sollte "Strangers" schleunigst nachholen. Denn Moores neues Baby "Echo" macht trotz einiger Macken bislang so viel Laune, dass ich dem klassischen Vorgänger gern eine zweite Chance gebe.

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Dienstag, 1. Juli 2008
Was ich diesen Monat aus Comics gelernt habe
(Juni 2008)
  1. Krollebitches war André Franquins Bezeichnung für all die Sternchen, Tröpfchen, Gewitterwölkchen usw., die in Comics oft in Kopfnähe der Figuren auftauchen und Schmerz, Erstaunen, Ärger usw. symbolisieren. Zur Wortherkunft: Unter krollebitches versteht man in Franquins Heimatstadt Brüssel kleine Löckchen.
    Trondheim/Garciá: Bande dessinée. Apprende et comprende, Delcourt 2006

  2. Bevor man Bekannten zur tollen Urlaubsbräune gratuliert, sollte man sichergehen, dass sie nicht an Nebennierenrinden-Insuffizienz leiden. Diese schwere Krankheit löst eine Überproduktion des Hormons ACTH aus, was wiederum zu einer dunkleren Hautfarbe führt.
    Trondheim: Les petits riens de Lewis Trondheim [1]: La malédiction du parapluie, Shampooing/Delcourt 2006

  3. Die Amerikanische Großschabe (periplaneta americana), ungeliebter Gast vieler US-Haushalte, gelangte erst mit den Sklavenschiffen aus Afrika nach Amerika.
    Oliver/Moore: Exterminators [1]: Käferkiller, Panini 2008

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Samstag, 21. Juni 2008
Browserunabhängig
"Comicgate-Magazin Nr. 3"


Wer tiefstapeln will, muss erst einmal eine gewisse Fallhöhe erreicht haben. Frauke Pfeiffer und Thomas Kögel dürfen sich aber getrost in Understatement üben: Ihr "Comicgate" ist eine der besten deutschsprachigen Websites zur Neunten Kunst. Und wenn sie ihren Printableger "Comicgate-Magazin" im Editorial "zwischen Fachmagazin und Fanzine, zwischen ernsthaft und albern, zwischen Anspruch und Hobbyprojekt" einordnen, um Kritikern prophylaktisch den Wind aus den Segeln zu nehmen, dann haben sie es eigentlich nicht nötig.

Die Website "Comicgate", online seit Sommer 2000, ist kein stromlinienförmiges Informationsangebot à la "Splashcomics", sondern eine wuchernde Mischung aus News, Kritiken, Interviews, Webcomics und Archiven. Neben den ausführlichen Rezensionen deutsch- und englischsprachiger Neuerscheinungen abseits des Mainstream empfehle ich besonders das intelligente Newsblog "Welt am Draht" und seinen frecheren Festival-Ableger "Messe am Draht".

Seit 2006 bringt das Team um Pfeiffer und Kögel einmal pro Jahr sein im handlichen Din-A-5-Format gedrucktes "Comicgate-Magazin" heraus. In der Kombination von Interviews, Rezensionen und exklusiven Comic-Seiten orientiert es sich am Online-Pendant, kommt allerdings in Aufbau und Layout wesentlich aufgeräumter daher und bietet auch Hintergrundartikel.

Zum 13. Comic-Salon in Erlangen ist vor einigen Wochen der dritte Streich erschienen: mit circa 130 Seiten, davon 49 Comic-Seiten, gut eineinhalbmal so umfangreich wie die Vorgänger.
Pièce de résistance ist diesmal Thomas Kögels umfangreicher, gut recherchierter Artikel über "Scanlations & Co": [...]

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