Teil 2 von 4
Und weiter geht's mit den Plätzen 8 bis 5 auf meiner ganz und gar nicht objektiven Liste der besten Sprechblasen-Krimis und -Thriller.
Auf Platz 8: Alias Vol. 1 (2001/2002)
Text: Brian Michael Bendis Grafik: Michael Gaydos,
Matt Hollingsworth (Farben)

(© 2001, 2002 and 2003 Marvel Characters, Inc.)
Teil 1 von 4
Dieser Beitrag entstand anlässlich des
Blogkarnevals im Krimiblog
Zu anspruchsvoll für die ewig adoleszenten Superhelden-Fans, nicht anspruchsvoll genug für die Freunde der "Comic-Kunst": Obwohl das Angebot vielfältig und die Qualität oft exzellent ist, bleibt der Krimi-Comic ein Außenseiter-Genre. Eigenartig, denn kein Genre hat mich so selten enttäuscht, kein anderes hat mich auf so konstant hohem Niveau unterhalten.
Als Comic-Fanatiker hätte ich natürlich gute Lust, Ihnen hier einen kleinen (hüstel, hüstel) historischen Exkurs über die kriminelle Ader des Comics zu präsentieren: über den Kult um die Ganovenfiguren des frühen Zeitungs-Strip "Dick Tracy", über Batmans verlegerische Heimat "DC" alias "Detective Comics", über Will Eisners legendär innovative Stories um den Gangsterjäger "The Spirit", über die US-Jugendschutzdebatte der 50er, der schließlich alle crime comics zum Opfer fielen und natürlich darüber, wie Alan Moore mit "Watchmen" 1986 nicht nur das Genre neu begründete, sondern auch den ersten Superhelden-Krimi schuf, und wie Frank Miller die Sache mit "Sin City" dann ab 1991 erst so richtig in Schwung brachte.
Aber, nein, ich werde Sie nicht damit langweilen ;-)
Statt dessen habe ich eine Top-12-Liste jener Krimi-Comics erstellt, die mir am meisten am Herzen liegen. Ursprünglich sollte es natürlich eine "Top 10" sein, aber es fiel mir schon bei zwölf Comics schwer genug, mich zu entscheiden. Es ging mir wohlgemerkt nicht darum, eine objektive Auswahl der besten Krimi- und Thriller-Comics aller Zeiten zu treffen, sondern darum, welche mir am meisten Vergnügen bereitet haben und welche ich am liebsten weiterempfehle.
Aber nun, Ladies and Gentlemen: meine Krimi-Comic-Top-12 für die einsame Insel!
Auf Platz 12: "Teufelsmaul" (1990)
Text: Jerome Charyn Grafik: François Boucq

(© 1990 Casterman / © 1990 Edition Kunst der Comics)
ab sofort hat auch "Der Comic Neurotiker" eine Blogroll.
(*ähem*: siehe links.)
Darin tummeln sich allerlei internationale Adressen,
- auf denen ich mich zwecks Recherche und/oder Amüsement des öfteren herumtreibe und
- die für alle, denen dieses Blog zusagt, von Interesse sein könnten (vielleicht sogar mehr als dieses Blog ;-)
Viel Spaß beim Anklicken und Auschecken!
Bei Herrn EchtEiche habe ich gestern einen Verweis auf den Blog-Karneval im Krimiblog vorgefunden.
Im Wesentlichen geht's darum, bis zum 10. Juni im eigenen Blog einen Beitrag zum Thema "Krimi" zu verfassen.
Da ich so etwas ohnehin geplant habe, mach ich gerne mit.
Und damit ich als notorisch faule Nuss mich nicht doch noch davor drücken kann, posaune ich meine Teilnahme hic et nunc in die Welt hinaus ;-)
Zum Tod von Norbert Hethke
Zugegeben, ich hab mich nie näher mit Hethkes Programm auseinandergesetzt; er liebte offenkundig andere Comics als ich. Ich werde mich hier also nicht prätentiös und stark verspätet an einer ausführlichen Würdigung versuchen.
Dennoch war Norbert Hethke viel zu wichtig für die deutsche Szene, als dass man nach Jahrzehnten der Comic-Lektüre keine Meinung zu ihm haben könnte.
Einerseits stellte Norbert Hethke für mich stets die deutsche Symbolfigur der Comic-Nostalgie dar. Obwohl er zeitweilig auch die Marvel-Version von "Conan" oder die DC-Superhelden "Superman" und "Batman" verlegte, wird er wohl vor allem wegen seiner Nachdrucke und Fortführungen der 50er-Jahre-Comics von Hansrudi Wäscher in Erinnerung bleiben, auch als Herausgeber des langlebigsten deutschen Comic-Fachmagazins, "Die Sprechblase" (vormals: "Comic Börse"), und des für Sammler unentbehrlichen "Allgemeinen Deutschen Comic-Preiskatalogs". All das richtete sich eher an jene, die an der bundesrepublikanischen Vergangenheit denn an der internationalen Zukunft der Comics interessiert waren – not that there's anything wrong with it! Wer aber eher mit "Asterix" als mit "Sigurd" groß geworden ist und stets gespannt auf Innovation wartete, dem dürfte der Name Hethke bei der Comic-Lektüre eher selten begegnet sein. Nun, so war's jedenfalls bei mir.
Anderseits sollte wohl jeder deutsche Comic-Leser und Comic-Schaffende Norbert Hethke Respekt zollen, denn Hethke lebte seinen Traum, und sein Traum hieß "Comics". Dass diese Comics wenig mit meinem Gusto und vermutlich dem vieler anderer Leser unter 40 zu tun haben, ist völlig egal. Bei Hethke gab es keine "hidden agenda", keine politische oder religiöse Mission, sondern nur den Spaß an den Geschichen von "damals". Als Verleger bewies Hethke eine im deutschsprachigen Raum beispiellose Leidenschaft und Ausdauer.
Man mag also darüber lächeln, was Norbert Hethke verlegt hat. Aber man sollte den Hut davor ziehen , wie er es verlegt hat.
